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Studieren im Ausland - Tipps und Tricks

Flugzeugflügel in der Sonne

Nach der anfänglichen Euphorie über die Idee eines Auslandsstudiums folgen meist prompt die ersten Fragen. In welches Land soll es gehen, wie sieht das Studienleben dort aus, und muss man die Landessprache sprechen? Wo kann man sich überhaupt bewerben? Obwohl das Studium im Ausland unzählige Facetten hat und nirgendwo gleich ist, gibt es ein paar Tipps und Tricks, die Du unbedingt beachten solltest.

Trotz der vielen Möglichkeiten in Deutschland kann es attraktiv sein, das Studium oder einen Teil davon im Ausland zu verbringen. Um Vor- und Nachteile beider Optionen abzuwägen, empfehlen wir Dir, möglichst früh den Kontakt mit Studierenden zu suchen, die das bereits gemacht haben. Wenn Du Unterstützung bei der Kontaktaufnahme benötigst, stehen wir Dir als „Senkrechtstarter“ gerne zur Verfügung.

Bewerbung und Immatrikulation im Ausland

Allgemeine Bewerbungsvoraussetzungen
Viele ausländische Universitäten verlangen von Bewerber/-innen das Durchlaufen eines intensiven Bewerbungsprozesses. Die Verfahren variieren je nach Uni, oftmals auch von Studiengang zu Studiengang: Meistens reicht ein Motivationsschreiben, ein beglaubigtes und/oder übersetztes Abiturzeugnis sowie ein Sprachnachweis. Es ist auch möglich, dass schriftliche und mündliche Prüfungen am Hochschulort oder standardisierte Tests durchgeführt werden. Dabei helfen wir Dir gerne weiter!

Bewerbung & Immatrikulation
Hier gilt: Informiere dich frühzeitig über die Bewerbungsfristen im Ausland, die meist viel früher sind als in Deutschland. Nicht selten musst Du Dich bereits ein bis 1,5 Jahre vor Studienbeginn für das gewünschte Studium bewerben.
In jedem Fall werden die Universitäten Dein Abiturzeugnis sehen wollen – achte dabei unbedingt auf die erforderliche Sprache. Außerdem wird häufig ein Nachweis der für den Studiengang notwendigen Sprachkenntnisse verlangt (z. B. TOEFL oder IELTS). Den Test kannst Du nach vorheriger Online-Anmeldung in vielen größeren Städten absolvieren. Oftmals sind die Testtermine bereits weit im Voraus ausgebucht – informiere Dich also rechtzeitig.
Jede Universität benötigt zudem weitere Bewerbungsunterlagen, die sich allerdings je nach Uni unterscheiden. Dies könnten bspw. Empfehlungs- oder Motivationsschreiben sein, sowie Nachweise über Praktika und außerschulisches Engagement.

Das „Drum Herum“ – Finanzieren, wohnen, und versichern

Finanzielle Förderung
Die Möglichkeiten der Finanzierung Deines Aufenthalts sind vielfältig. In erster Linie gibt es natürlich BAföG, das abhängig vom Einkommen der Eltern vergeben wird. Es gibt auch ein Auslands-BAföG, das Du für maximal ein Jahr beantragten kannst. Für das Auslands-BAföG liegen die Einkommensgrenzen höher, sodass mehr Studierenden diese Förderung nutzen können. Das Auslands-BAföG beinhaltet einen Studiengebührenzuschuss von maximal 4.700€, den Grundbedarfssatz pro Monat sowie einen Länderaufschlag, eine Reisekostenpauschale (EU: 500€, außerhalb der EU: 1.000€) sowie einen Zuschuss zur Krankenversicherung. Der Vorteil des Auslands-BAföG ist, dass Du den Studiengebührenzuschuss sowie die Reisekostenpauschale nicht zurückzahlen musst. Falls Du Dein gesamtes Studium oder mehr als ein Jahr im EU-Ausland verbringst, kannst Du nach dem Jahr wieder das „normale“ BAföG beantragen.

Neben dem Auslands-BAföG besteht auch weiterhin ein Kindergeld-Anspruch über ca. 200€ im Monat, den Du unbedingt nutzen solltest.
Eine weitere Finanzierungsmöglichkeit bieten Stipendien. Hierbei kommen sowohl Begabtenförderwerke als auch kleinere Stipendiengeber in Frage. Eine gute Übersicht erhältst Du hier. Viele Universitäten vergeben selbst Stipendien an internationale Studierende – frage am besten direkt bei der Uni nach oder informiere Dich auf der Website. Zusätzlich vergibt auch der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) jährlich Stipendien und unterstützt so die Auslandsvorhaben vieler Studierenden.
Falls die genannten Möglichkeiten nicht funktionieren sollten, gibt es zu guter Letzt noch die Option, einen Studienkredit aufzunehmen. Sei Dir aber bewusst, dass Du diesen in voller Höhe und inkl. Zinsen zurückzahlen musst.

Wohnen im Ausland ist aufregend
Im Prinzip gibt es vier verschiedene Möglichkeiten des Wohnens: ein Zimmer im Studentenwohnheim, in einer WG, in einem Hostel oder eine eigene Wohnung. Je nach Land, Budget, und persönlichen Präferenzen wirst Du vermutlich schon wissen, wonach Du suchst. Informiere Dich am besten, welche lokalen Websites existieren, um eine Wohngelegenheit zu finden.

Versicherungen sind wichtig
Bei jeder längeren Reise ins Ausland – innereuropäisch wie auf anderen Kontinenten – ist ein guter Versicherungsschutz unerlässlich. Für ein Studium außerhalb der EU ist immer eine Krankenversicherung im jeweiligen Studienland erforderlich. Hingegen ist Dein Versicherungsschutz im europäischen Ausland abhängig von mehreren Faktoren:
Bist Du familien- oder selbst versichert, bleibt Dein Versicherungsschutz bei der Krankenkasse bestehen, wenn Du an einer deutschen Hochschule immatrikuliert bist und an einer ausländischen Hochschule in einem EU-Staat, in Island, Liechtenstein, Norwegen, der Schweiz, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Montenegro, Serbien, Türkei oder Tunesien studierst.
Die Europäische Krankenversichertenkarte (EHIC) befindet sich auf der Rückseite der elektronischen Gesundheitskarte. Damit erhältst Du alle medizinisch notwendigen Leistungen – und zwar beim Arzt, Zahnarzt und im Krankenhaus.
Trotzdem ist es sinnvoll, zusätzlich eine private Auslandskrankenversicherung abzuschließen, da zum Beispiel der Rücktransport im Krankheitsfall oder landesübliche Zuzahlungen zu einzelnen Leistungen nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden.

Die letzte Anmerkung: Nicht ohne Plan B!
Ein Auslandsstudium ist unter Studierenden generell sehr beliebt. Das führt häufig dazu, dass die verfügbaren Plätze für Austauschmöglichkeiten begrenzt oder gar nicht ausreichend sind. Da also eine Zusage von der Wunsch-Universität im Ausland leider nicht garantiert ist, solltest Du Dich in jedem Fall frühzeitig um Alternativpläne kümmern.

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