Papierflieger

Vivendo la dolce vita – Mein Auslandssemester in Mailand

Vivendo la dolce vita – Mein Auslandssemester in Mailand

Mailänder Dom

Mitten in der Pandemie für ein Semester nach Mailand? Klingt nach einem riskanten Vorhaben. Maya hat es gewagt und nicht bereut. Warum ihr Auslandsemester trotz Online-Vorlesungen so besonders war, und wo Ihr den günstigsten Kaffee in Italien bekommt, lest Ihr hier.

Ausland? Ein großer Schritt!

Ich bin zwar nach dem Abitur für mein Studium umgezogen, bin aber in der Reichweite meiner Familie und Freund/-innen geblieben. Ins Ausland zu gehen, war also definitiv ein großer Schritt. Und auch sonst war die Situation besonders: Corona machte bis kurz vor meiner Abreise ungewiss, ob ich wirklich nach Mailand fahren könnte.

Vorab gab es jede Menge Organisationskram zu erledigen – Wohnung, Kurswahl und Sprachkurs – um nur eine Auswahl zu nennen.

Ankunft in Milano

Angekommen in Mailand, war ich zunächst einmal ein wenig überfordert. Aus dem Lockdown kam ich mitten in ein trubeliges Milano. Doch die Stadt hat mich von Anfang an begeistert: all die wunderschönen Altbauten, die kleinen Balkone, das Essen, die Kulturangebote und so vieles mehr.

Meine ersten zwei Monate im Ausland waren sehr stark von Corona geprägt, aber dadurch hatte ich Zeit Mailand in langen Spaziergängen von einer anderen Seite zu entdecken und jedes Viertel kennenzulernen. So hatte ich auch die Chance meine Mitbewohnerin sehr gut kennenzulernen – wir sind nicht nur Mitbewohnerinnen, sondern gute Freundinnen geworden.

Dolce far niente – Das süße Nichtstun

Mitte April wurden in Italien die Corona-Maßnahmen Schritt für Schritt gelockert und so ergaben sich für mich ganz neue Möglichkeiten Mailand und Italien kennenzulernen. Angefangen bei den Museen in Mailand, den Restaurants und vor allem der Aperitivo-Kultur. Aperitivo ist nicht nur das italienische Wort für Aperitif, sondern auch eine Art zu leben für die Italiener/-innen. Aperitivo bedeutet, sich gegen 19 Uhr mit Freund/-innen oder seiner Familie zu treffen und einen Cocktail plus Snack – je nach Lokal vom Buffet – zu genießen. Die Portionen decken das Abendessen gleich mit ab und man hat nicht nur gegessen, sondern kann auch die ausgelassene Stimmung auf den Straßen genießen.

Maya bei einem Aperitif in Italien.

Nicht nur deshalb ist Mailand der perfekte Startpunkt für Entdeckungstouren in ganz Nord- und Mittelitalien. Egal ob in den Norden zu den Seen oder in die Toskana, alles ist in ein bis zweieinhalb Stunden zu erreichen. Ich bin sehr dankbar, dass ich alle diese wundervollen Orte zu einer Zeit ohne starken Tourismus erleben durfte und sie so ganz in Ruhe genießen konnte. Mein Highlight war auf jeden Fall ein Tagesausflug nach Venedig. Im Februar, bei strahlendem Sonnenschein und ganz ohne Touristen die Kanäle lang zu fahren und einen Kaffee in einem wunderschönen, stillen Gässchen zu trinken – das war unvergesslich.

Kleiner Funfact – der Kaffeepreis ist in Italien gesetzlich geregelt, daher sind alle Kaffeespezialitäten, solange man sie an der Theke trinkt, sehr preiswert.

Und studiert? – Habe ich natürlich auch!

Die Vorlesungen haben leider fast die ganze Zeit über online stattgefunden, dennoch haben mir meine Kurse sehr gut gefallen. Es war sehr spannend mit anderen Studierenden aus der ganzen Welt zusammen zu lernen. So habe ich viel über die Kultur, Geschichte und Politik in anderen Ländern erfahren und mit meiner verglichen. Ich habe Kurse auf Englisch und Italienisch besucht und konnte mich so gleichzeitig in zwei Sprachen verbessern. Außerdem konnte ich mir Vorlesungen auswählen, die Themen behandelt haben, die in meinem Studium in Heidelberg nicht vorgesehen sind und somit ganz neue Themen für mich entdecken.  

Die Community der Erasmus-Studierenden in Mailand war sehr groß und es wurden, trotz Corona, online oder draußen in kleinen Gruppen, viele Veranstaltungen organisiert. Man musste sich also keine Sorgen machen, dass man im Ausland niemanden kennenlernen könnte.

Eis bestellen auf Italienisch ist jetzt kein Problem mehr für Maya.

Parliamo Italiano - Lass uns Italienisch sprechen

Ich würde Dir auf jeden Fall empfehlen etwas Italienisch zu lernen, wenn Du planst eine längere Zeit in Italien zu leben. In der Uni und mit den anderen Studis redet man natürlich viel Englisch. Überall sonst wird es sehr aber gerne gesehen, wenn man sich bemüht auf Italienisch zu sprechen. Außerdem sprechen viele Handwerker/-innen, Hausmeister/-innen und ältere Personen wirklich kein Englisch und dann sind ein paar Italienischkenntnisse sehr hilfreich. Und: Die Sprache gehört gerade in Italien zum Lebensgefühl.

La dolce vita in Mailand

Mailand als Stadt ist mir sehr ans Herz gewachsen, mit ihrem Lebensgefühl und allen den gebotenen Möglichkeiten kann ich wirklich sehr empfehlen dort ein Auslandssemester zu absolvieren oder zumindest einen Wochenend-Trip dorthin zu unternehmen.

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